Betrugsversuche mit DSGVO: Falsche "Behörde" will Vereine und Unternehmen abzocken

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Die allgemeine Unsicherheit angesichts der Datenschutz-Grundverordnung nutzen nun offenbar auch gewiefte Geschäftemacher, um kleinen Betrieben und Organisationen Geld aus der Tasche zu ziehen. Bundesweit werden derzeit in großer Zahl Schreiben einer sogenannten „Datenschutzauskunft-Zentrale“ verschickt. Was aussieht, wie eine behördliche Abfrage, enthält im Kleingedruckten eine Zahlungsvereinbarung von mehr als 1500,- Euro über drei Jahre.

Fake: „Erfassung Gewerbebetriebe zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“

Deutsche Unternehmer tun sich schwer mit der Umsetzung der Vorschriften zur Datenschutz-Grundverordnung. Nach einer Studie des Digitalverbands Bitkom waren im September erst ein Viertel der Betroffenen auf dem vorgeschriebenen Stand. Genau jetzt kommt per Fax die eilige Anfrage einer angeblichen „Datenschutzauskunft-Zentrale“. In umständlichem Behördendeutsch werden die Empfänger aufgefordert, ein Formular mit Angaben zum Betrieb auszufüllen und zu unterzeichnen. So soll angeblich die Einhaltung der Datenschutzvorschriften gesichert werden. Im Kleingedruckten versteckt befindet sich der Preis für ein „Leistungspaket Basisdatenschutz“.

Beitragssatz: Dreimal 500,- Euro + Umsatzsteuer

Für Nachfragen scheint wenig Zeit zu bleiben: Ein auffälliger Hinweiskasten im Briefkopf fordert dazu auf, fehlende oder fehlerhafte Daten bis zum 9. Oktober 2018 zu ergänzen oder zu korrigieren. Doch Datenschützer und Polizei warnen: Das sogenannte „Formular Nr. 39855DZ-868977“ der selbst ernannten Datenschutzauskunft-Zentrale stammt nicht von einer offiziellen Behörde. Wer den Vordruck unterzeichnet, bucht für die nächsten drei Jahre ein zweifelhaftes Angebot: Die aufgeführten Leistungen enthalten Ausfüllmuster und Infomaterialien, die bei offiziellen Stellen ohnehin kostenlos zum Download zur Verfügung stehen.

Antwortfax an ausländische Rufnummer senden

Noch steht nicht fest, wer hinter dem Anschreiben der „Datenschutzauskunft-Zentrale“ mit dem angeblichen Sitz in Oranienburg steckt. Offensichtlich ist aber, dass mit der „Eiligen FAX-Mitteilung“ Kleinunternehmer oder Vereinsvorstände zum vorschnellen Abschluss eines teuren Beratungsangebots gedrängt werden können.

Praxis-Tipps

1. Falls Ihnen ebenfalls ein Fax der „Datenschutzauskunft-Zentrale DAZ“ mit Fristsetzung zum 9. Oktober zugegangen ist, können Sie es getrost ignorieren.

2. Haben Sie das Fax bereits unterschrieben zurückgesendet, sollten Sie schnellstmöglich den Vertrag widerrufen.

3. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an den Datenschutzbeauftragten Ihres Bundeslandes oder an die Polizei.

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Kommentare  
Klauscristian Rude
0 # Klauscristian Rude 25.10.2018, 14:07 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihr Beitrag ist hilfreich und greift das Problem auf. Wir haben auch ein Fax dieser Art erhalten, sind aber nicht darauf eingegangen, da wir in der Vergangenheit einmal über den Tisch gezogen worden sind. Hierzu hätte ich interessehalber noch eine Frage. Kann man als Fima diese Betrüger irgendwie zur Rechenschaft ziehen und wenn ja , wie? Dazu Informationen wären hilfreich. Solche Betrugsversuche verlaufen ja meist im Sande für die Betrüger.
Mit Freundlichen Grüßen
Klauscristian Rude
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Karsten Socher
0 # Karsten Socher 17.12.2018, 14:10 Uhr
zitiere Klauscristian Rude:
Kann man als Fima diese Betrüger irgendwie zur Rechenschaft ziehen und wenn ja , wie?


Ich denke mal, die Mühe kann man sich sparen. Die sitzen im Ausland, da würde man für Rechtsanwalt und Strafverfolgung im Ausland nur gutes Geld hinterherwerfen und verbrennen. Vielleicht hilft eine Anzeige bei der Polizei und Staatsanwaltschaft, damit die bei vielen Anzeigen die Arbeit aufnehmen und mit den Behörden vor Ort kommunizieren. Die Gebühren nicht zu zahlen, könnte teuer werden, schließlich haben die mit einem einen rechtssicheren Vertrag abgeschlossen, auch wenn unter falschen Vorwänden. Aber die hätten einen Anspruch auf das Geld.
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Johny
0 # Johny 06.01.2019, 16:42 Uhr
Das stimmt so nicht ganz. Warum die Polizei einschalten, wenn der Vertrag rechtssicher ist? Es gibt inzwischen genügend Gerichtsurteile aus allen möglichen Branchen, die solche Angaben im Kleingedruckten für unzulässig erklärt haben. Hier kommt zusätzlich noch Täuschung hinzu, da der Eindruck erweckt wurde, das Schreiben stamme von einer Behörde. Und zu guter Letzt unterliegen Fernabsatzverträge auch dem Widerrufsrecht.
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