Datenschutz: Kommunikationssystem für Justiz und Anwälte bleibt offline

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Das neue Jahr beginnt für die Bundesrechtsanwaltskammer so, wie das alte geendet hat: mit unangenehmen Zugeständnissen zur Sicherheit beim sogenannten Anwaltspostfach. Das war dazu gedacht, den Mailverkehr zwischen Gerichten, Rechtsbeiständen und Behörden vor unerlaubtem Zugriff zu schützen. Doch nach zwei technischen Pannen in Folge bleibt das „besondere elektronische Anwaltspostfach beA“ erst einmal außer Betrieb.

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„Digital. Einfach. Sicher“ – Oder auch nicht.

Eigentlich sind Rechtsanwälte seit Anfang des Jahres verpflichtet, ihr beA regelmäßig auf eingegangene Nachrichten zu überprüfen. Ab 2022 dürfen sie Schriftsätze und Dokumente nur noch über diese Software an Gerichte versenden. Das Programm soll dank neuester Authentifizierungs- und Verschlüsselungstechniken garantieren, dass die Informationen wirklich nur von denen gelesen werden können, für die sie bestimmt sind. Doch bereits vor Weihnachten zeigte der Chaos Computer Club auf, dass das verwendete Sicherheitszertifikat nur unzureichenden Schutz bot. Ein peinlicher Fehler. Um den Zeitplan nicht zu gefährden, verschickte die Rechtsanwaltskammer daraufhin eilig an alle Verwender eine Anleitung, um ein neues Zertifikat zu installieren. Wer das versuchte, wurde von Windows ausdrücklich gewarnt und auf drohende Sicherheitsprobleme hingewiesen. Eine Meldung, die man aber laut Anleitung der Anwaltskammer ignorieren sollte.

Update vergrößert die Sicherheitslücke

Dabei barg das neue Zertifikat noch mehr Gefahren. Nach der Installation hätten Hacker nicht nur das „besondere elektronische Anwaltspostfach beA“ ausspionieren können. Auch Passwörter oder Banking-Daten wären nun nicht mehr geschützt gewesen. Glücklicherweise fiel das zahlreichen IT-Spezialisten auf, die sofort vor der Software warnten. Daraufhin erklärte auch die Bundesrechtsanwaltskammer, das Zertifikat sei unsicher und solle sofort wieder deinstalliert werden. Gleichzeitig nahm man das gesamte System noch vor Weihnachten vom Netz.

Im neuen Jahr nun soll es erst einmal keine weiteren Schnellschüsse geben. Im Interesse von Sicherheit und Datenschutz will die Anwaltskammer die Anwendung erst dann wieder freigeben, wenn die Vertraulichkeit der Übertragungen garantiert werden kann. Vor Ende Januar sei das allerdings nicht zu erwarten.

Fazit:

Ein Mailsystem, das besonders sicher sein soll, wird von Hackern im Handumdrehen geknackt. Und ein hastig verschicktes Update bringt sogar weitere Sicherheitslücken für sämtliche Rechnerdaten. Was der Bundesrechtsanwaltskammer aber die meiste Kritik einbringt, ist die Tatsache, dass die Mängel zunächst als „vereinzelte Verbindungsprobleme“ verharmlost wurden.

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