Cybermobbing: Französische Journalisten belästigten jahrelang Frauen im Netz

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Rund 30 männliche Vertreter der Pariser Medienszene haben gezielt Redakteurinnen und Bloggerinnen im Internet verfolgt. Die Mitglieder der sogenannten „LOL-Liga“ überzogen ihre Opfer mit Spott, Beleidigungen und obszönen Fotomontagen. Obwohl bereits in der Vergangenheit entsprechende Vorwürfe laut wurden, kommt das Ausmaß der sexistischen Angriffe erst jetzt ans Licht.

„Witze, die wir in der Öffentlichkeit nicht machen konnten“

Die größten Twitter-Talente der Gegenwart hätten sich in der „Ligue du LOL“ zusammengeschlossen, behauptet heute das ehemalige Mitglied Henry Michel. Eine ganz eigene Art von Humor sei dort gepflegt worden, dümmlich und genial zugleich. Man habe Witze, Links und Fotos ausgetauscht, und sich über alles und jeden lustig gemacht. Die einflussreichen Pariser Medienmacher genossen die Reaktionen auf ihre Spottnachrichten. Aggressionen gegen Frauen oder Feministinnen allerdings will niemand bemerkt haben.

„Heute würde man es Belästigung nennen“

Seit die französische Zeitung „La Libération“ über die Gruppe berichtet hat, melden sich immer mehr Opfer. Viele von ihnen hatten zuvor auf ihren Social-Media-Accounts feministische Beiträge geteilt oder Minderheiten unterstützt. Im Gegenzug erhielten sie anonyme Mails, beleidigende Tweets oder Pornos, in die mit Photoshop ihr Gesicht eingefügt worden war. Einige der Täter haben sich inzwischen entschuldigt, zeigen aber nur bedingt Einsicht: Der Ton sei damals eben noch rauer gewesen auf Twitter. Keinesfalls aber hätten sie jemanden verletzen wollen.

Kündigungen und Strafverfahren

Die Frauen hingegen litten massiv unter dem Cybermobbing. Einige versuchten vergeblich, sich gegen die Angriffe zur Wehr zu setzen. Andere zogen sich aus den sozialen Medien zurück oder nahmen psychologische Hilfe in Anspruch. Inzwischen haben mehrere Redaktionen ihre Zusammenarbeit mit Mitgliedern der „Ligue du LOL“ beendet. Ob die Männer gerichtlich belangt werden können, ist noch offen.

Fazit

Frankreichs Medienszene führt derzeit ihre eigene „Me Too“-Debatte. Eine Gruppe einflussreicher Journalisten und Kommunikationsprofis hat jahrelang Frauen im Internet mobben können, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Immer mehr Bloggerinnen und Autorinnen trauen sich nun, über die Drohungen und Beleidigungen der sogenannten LOL-Liga zu sprechen. Trotz ihrer Entschuldigungen haben bereits einige der Täter ihre Posten räumen müssen.

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