Kinder-Influencer: Kinderschützer sehen Handlungsbedarf

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Manche Kinder wachsen quasi öffentlich auf oder bewerben vor laufender Kamera Spielzeug. Einige Eltern nutzen ihre Kinder sogar, um Werbeeinnahmen zu erzielen. Doch wie steht es eigentlich um die Persönlichkeitsrechte von Kindern? Dürfen Kinder in sozialen Medien einfach so instrumentalisiert werden?

Kinder als Influencer: Wenn Kinder wie Erwachsene werben

Hunderttausende verfolgen das Leben kleiner Kinder über das Internet. Eltern und Kinder veröffentlichen Fotos vom Spielzimmer, stellen Kinderbekleidung vor und schmücken ihren Blog mit Videos. Die Smartphone-Kamera ist in jeder Lebenssituation dabei: Ob Kuchenbacken, Kindergeburtstag oder Einschulung. Oftmals geht es nicht darum, Momente für das Familienalbum festzuhalten, sondern um Werbeeinnahmen. Das Deutsche Kinderhilfswerk bemängelt, dass manche Eltern ihre Kinder instrumentalisieren. Es seien Kontrollinstanzen notwendig, um die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte der Kinder zu wahren.

Kinder-Influencer: Sie haben Millionen Follower bei YouTube

Auf der Video-Plattform YouTube gibt es zahllose Videos, in denen Kinder Produkte empfehlen. Sie vermitteln dabei sehr persönliche Einblicke in ihren Alltag. In den USA erzielt der sechsjährige Ryan mit über 15 Millionen Abonnenten beträchtliche Werbeeinnahmen. In Deutschland folgen der achtjährigen Miley mehr als eine halbe Millionen Abonnenten. Sie feiert mit ihrem YouTube-Kanal „Mileys Welt“ beträchtliche Erfolge. Es gibt Eltern, die ihre Kinder auf jedem öffentlich einsehbaren Foto verpixeln.

Andere vermarkten ihren Nachwuchs gezielt, um Werbeeinahmen zu generieren. Kritische Stimmen sehen damit verschiedene Gefahren verbunden. Sie beschränken sich dabei nicht auf Kinder im Badeanzug. Sie argumentieren damit, dass Kinder-Influencer einer unzulässigen Kinderarbeit nachgehen. Je häufiger und intensiver Kinder-Influencer auftreten, desto kritischer beurteilen die Kinderschützer das Influencing.

Regulierung von Kinder-Influencern

Das Deutsche Kinderhilfswerk behandelte die Probleme, die von Kinder-Influencern ausgehen, auf einem Fachtag in Berlin. Dieser trug den Namen „Zwischen Spielzeug, Kamera und YouTube – Kinder und Influencing in sozialen Medien“. Die Kinderschützer befürchten, dass der Kinderschutz aufweicht. Schon Dreijährige wenden sich gegen die Absicht ihrer Eltern, Fotos zu veröffentlichen. Die meisten Eltern veröffentlichen Videos und Filme jedoch, ohne ihre Kinder zuvor um eine Einwilligung zu bitten. Darauf haben Kinder jedoch ein Recht. Die Kinderschützer monieren weiterhin, dass Internet-Plattformen keine Meldemechanismen bereitstellen. Als Anbieter verdienen sie durch die Werbemaßnahmen Geld – deshalb stünden auch sie in der Verantwortung.

Fazit

Kinder-Influencer sind allgegenwärtig. Langsam formiert sich jedoch eine sanfte Widerstandsbewegung, die den Schutz der Kinder in den Mittelpunkt stellt. Sie betont die Rechte der Kinder:

  • Kinder dürfen selbst bestimmen, ob ihre Eltern Fotos von ihnen veröffentlichen.
  • Häufige und professionelle Influencer-Auftritte sind gegebenenfalls als Kinderarbeit einzustufen.
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