Partnersuche im Netz: Schlechte Noten für Dating-Portale

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Intransparente Preise, abrupte Wechsel vom Probeabo in den Bezahlmodus und hohe Kosten beim Vertragswiderruf – die Verbraucherzentrale Bayern hält Online-Dating-Portale für wenig vertrauenswürdig. Lassen sich Kunden auch noch auf das Bezahlen mit Coins für erotische Live-Chats vor der Kamera ein, sind sie der Willkür der Anbieter vollends ausgeliefert, so eine Studie. Keine der 26 untersuchten Vermittlungsplattformen konnte die Verbraucherschützer wirklich überzeugen.

Hauptkritikpunkt: Undurchsichtige Preise

Wenn man der Werbung glauben darf, dann verliebt sich alle paar Sekunden ein Single auf einem Online-Dating-Portal. Die Verbraucherzentrale Bayern registriert dagegen eine Vielzahl von Kunden, die sich von den Partnervermittlungen über den Tisch gezogen fühlen. Drei Monate lang führten die Marktwächter ausführliche Gespräche mit Betroffenen und ergänzten sie durch eigene Untersuchungen. Dabei wurde deutlich, dass den Nutzern der Portale beim Abschließen einer Mitgliedschaft nur selten klar ist, welche Kosten tatsächlich abgerechnet werden.

Hohe Hürden für Widerruf

Das fängt schon beim ersten Überblick über das Angebot an. Den erhalten Interessierte nämlich erst, wenn sie sich unter Preisgabe vieler sensibler Daten angemeldet haben. Und selbst dann bleiben Fragen offen. Insbesondere die Möglichkeit eines Widerrufs der Mitgliedschaft und die dadurch entstehenden Kosten sind gar nicht oder nur unzureichend aufgeführt. Will sich ein Abonnent nach kurzer Zeit aus dem Portal zurückziehen, zahlt er meist einen unverhältnismäßig hohen Preis.

Überraschende Umwandlung von Probe-Abos

Und ein Widerruf kommt bei den Online-Agenturen häufig vor, so die Verbraucherzentrale Bayern. Der Grund: Viele Partnersuchende wissen gar nicht, wann und wieso eine testweise abgeschlossene Probe-Mitgliedschaft in einen festen Vertrag mit regelmäßigen Kosten übergeht. Ausreichende Informationen? Fehlanzeige.

Finger weg von Coin-Modellen

Ganz besonders warnt die Verbraucherzentrale vor Verträgen, bei denen in Kryptowährungen abgerechnet wird. Diese Praxis findet sich vor allem bei Erotik-Portalen, die sogenannte Live-Cam-Chats anbieten, intime Paargespräche am Bildschirm also. Da hier in der Regel nur Paketpreise angegeben sind, können Kunden die Kosten für einzelne Leistungen nicht nachvollziehen. Nach Einschätzung der Marktwächter werden die Coins willkürlich ohne jegliche Kontrollmöglichkeit abgebucht.

Fazit

Die Partnersuche im Internet ist selbstverständlich geworden. Zahlreiche Beschwerden von verärgerten Interessenten und eine Studie der Verbraucherzentrale zeigen aber deutliche Lücken bei Transparenz und Preisgestaltung. Da kein einziger der getesteten Anbieter wirklich überzeugte, sollten Kunden besondere Vorsicht walten lassen. Und zwar auch schon beim Abschluss einer Probe-Mitgliedschaft.

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